Das Recht auf Datenschutz als Teil der christlichen Wertordnung


Die Katholische Kirche hat bereits 1983 mit dem neuen Kirchenrecht, dem Codex Iuris Canonici (CIC) ein Fundamentalrecht auf Datenschutz geschaffen. Zu den anerkannten Rechten der Christgläubigen gehört seitdem auch der Schutz der Intimsphäre. can. 220 CIC lautet:

 

"Niemandem ist es erlaubt, den guten Ruf, den jemand hat, rechtswidrig zu schädigen und das Recht irgendeiner Person auf Schutz der eigenen Intimsphäre zu verletzen."

 

Wie alle Bestimmungen des CIC hat dieser Grundsatz nicht nur juristische Bedeutung, sondern nimmt auch Anteil am Menschenbild der Kirche. Jeder soll die Möglichkeit haben, seinem Gewissen zu folgen und entsprechend zu handeln. Hierfür ist der Schutz der Intimsphäre wesentliche Voraussetzung. Für die Kirche ist das nicht neu. So hat das Beicht- und Seelsorgegeheimnis bereits eine lange Tradition.

 

Im digitalen Zeitalter, mit einer zunehmend umfassenden Informations- und Kommunikationstechnik, der Erfassung des Menschen auch in seinem privaten Umfeld und dem zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz, reicht das allein aber nicht mehr aus. Der Erhalt des Persönlichkeitsrechts des Einzelnen ist nur mit einem erheblichen Einsatz für den Datenschutz zu erreichen. Daher setzt sich die Kirche schon seit 1978 für den Schutz der informationellen Selbstbestimmung ein. Sie hat hierfür entsprechende Regelungen, wie die „Anordnung über den kirchlichen Datenschutz (KDO)“ und das unmittelbar neu erlassene „Gesetz über den Kirchlichen Datenschutz (KDG)“ geschaffen und über weitere bereichsspezifische Verordnungen festgelegt, in welchem Umfang die Informationen über betroffene Personen, in speziellen Fachbereichen verarbeitet werden dürfen.

 

Die Beachtung datenschutzrechtlicher Regeln ist für die Kirche ein essentieller Dienst am Menschen, zu dem sie sich aus ihrer christlichen Grundhaltung heraus, verpflichtet fühlt!