Wie kommt die Kirche an meine Daten?

Um zu erfahren, wer Mitglied der Katholischen Kirche ist, sind wir auf die Hilfe der staatlichen Meldestellen angewiesen. Das Bundesmeldegesetz (BMG) sieht daher vor, dass den öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften zur Erfüllung ihrer Aufgaben folgende Daten übermittelt werden dürfen:

1.  

Vor- und Familiennamen

8.  

Derzeitige Staatsangehörigkeiten

2.

frühere Namen

9.

Religionszugehörigkeit

3. 

Doktorgrad

10.  

Derzeitige Anschriften, Haupt- und Nebenwohnung, frühere Anschriften, Tag des Ein- und Auszugs

4. 

Ordensnamen, Künstlernamen

11.  

Familienstand, beschränkt auf die Angabe, ob verheiratet oder eine Lebenspartnerschaft führend oder nicht; zusätzlich bei Verheirateten oder Lebenspartnern: Tag der Eheschließung oder Begründung der Lebenspartnerschaft

5.

Tag und Ort der Geburt

12.  

Zahl der minderjährigen Kinder

6.  

Angaben zum gesetzlichen Vertreter

13.  

Auskunftssperre nach § 51 BMG

7.

Geschlecht

14.

Sterbetag und -ort

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu diesen von den Einwohnermeldeämtern übermittelten Daten (sog. "kommunaler Datensatz") kommen nach § 5 der Anordnung über das kirchliche Meldewesen (KMAO) noch die von der Kirche selbst erhobenen Daten aus den Kirchenbüchern (Matrikeldaten) hinzu. So werden auch Sakramentsspendungen wie die Taufe, Firmung, Erstkommunion, kirchliche Eheschließung, Priesterweihe und Profess in der Datei gespeichert. Der Gesamtdatenbestand bildet das Gemeindemitgliederverzeichnis und damit die Grundlage für die seelsorgerische Arbeit in den Gemeinden. Aber auch das Bistum kann die Daten für seine Aufgabenerfüllung nutzen. Jede Kirchengemeinde ist verpflichtet, ihren Mitgliedern Auskunft über die dort gespeicherten Daten zu erteilen.

 

Darüber hinaus erheben kirchliche Einrichtungen in einer Vielzahl von Fällen Daten unmittelbar beim Betroffenen selbst. Hierzu verwenden sie in der Regel Fragebögen, die von den jeweiligen Personen selbst ausgefüllt werden (Aufnahmebogen, Personalbogen, etc.). Dabei müssen die Grundsätze aus § 15 KDG beachtet werden. Die betroffene Person muss in verständlicher Weise über die Zwecke der Erhebung und über die Personen, die mit der Verarbeitung beauftragt sind sowie eine geplante Offenlegung unterrichtet werden.