Was passiert bei einem Kirchenaustritt mit meinen Daten?

Das Kirchenaustrittsverfahren ist landesrechtlich geregelt. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick für den norddeutschen Raum:

Bundesland

Vorschrift

Zuständige Stelle

Mitteilungen / Bescheinigungen

Bremen

Kirchensteuergesetz - (KiStG)

Vom 23.08.2001, zuletzt geändert am 22.03.2016

Amtsgericht, Notar oder kirchlichen Stelle

Beglaubigung durch Standesbeamten,
Bescheinigung durch kirchliche Stelle

Hamburg

Gesetz über den Austritt aus Religionsgesellschaften des öffentlichen Rechts vom 05.03.1962, zuletzt geändert am 28.05.2014

Standesamt

Austrittsbescheinigung vom Standesamt, unverzügliche Benachrichtigung der Kirche

Mecklenburg-
Vorpommern

Kirchensteuergesetz Mecklenburg-Vorpommern (KiStG M-V) vom 30.10.2014

Standesamt

Austrittsbescheinigung vom Standesamt, Benachrichtigung der Kirche innerhalb einer Woche

Niedersachsen

Kirchenaustrittsgesetz (KiAustrG) vom 04.07.1973, zuletzt geändert am 16.12.2014

Standesamt

Austrittsbescheinigung vom Standesamt. Beglaubigte Abschrift der Austrittserklärung an die Kirche

Schleswig-Holstein

Kirchenaustrittsgesetz (KiAustrG) vom 08.12.1977, zuletzt geändert am 01.07.2014

Standesamt

Austrittsbescheinigung vom Standesamt, Gleichzeitige Benachrichtigung der Kirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Folgen für die Datenverarbeitung:

 

Für die Datenverarbeitung muss zwischen der Eintragung im Taufregister und der Berücksichtigung im elektronischen Melderegister unterschieden werden.

 

1. Aufgrund der schriftlichen Benachrichtigung durch die zuständige Stelle, wird das für den Ausgetretenen bestehende Taufregister ermittelt und um die Eintragung des Kirchenaustritts ergänzt. Das Taufregister über eine Person wird grundsätzlich dort geführt, wo der Betroffene getauft wurde (= Geburtsort). Dabei kann es sich um die Pfarrei handeln, in deren Bezirk die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt ihren Wohnsitz hatten oder das Geburtskrankenhaus gelegen war. Eine Vernichtung des Taufregisters findet nicht statt. Es ist eine Gesamturkunde, die in ihrem Bestand zu schützen ist.

 

     Darüber hinaus ist der Erhalt der Eintragung aus folgenden Gründen erforderlich:

     a)        Zur Verhinderung weiterer Sakramentsspendungen (die Taufe ist allen christlichen      Konfessionen gemeinsam und kann nur einmal gespendet werden);

     b)        weil nur so verhindert werden kann, dass der Ausgetretene weitere Sakramente      empfängt (z.B. Ehesakrament);

     c)        weil die Möglichkeit eines späteren Wiedereintritts in die Kirche oder einer           Konversion besteht.

 

2. Der Kirchenaustritt führt auch zu einer Änderung des Melderegisters. Von den Meldebehörden erhält die Kirche regelmäßig einen Änderungsdienst, der auch die Kirchenaustritte berücksichtigt. Aufgrund dieser Meldung wird dann das Gemeindemitgliederverzeichnis nach § 4 KMAO berichtigt. Der Ausgetretene wird also im kirchlichen Meldewesen nicht mehr erfasst!